Bluthochzeit
Im Horizont Theater
nach Federico Garcia Lorca
Das Stück: Bodas de sangre (Bluthochzeit), geschrieben 1933, ist die bedeutendste Tragödie von F.G.Lorca.
Sie gehört zu der Trilogie der so genannten tragedias rurales, der ländlichen Tragödien, zusammen mit „Yerma“ und „Bernarda Albas Haus“. Lorca selbst bezeichnete „Bluthochzeit“ als „lyrische Tragödie“. Inspiriert wurde er zu dem Drama durch eine Zeitungsmeldung vom Juni 1928 über ein Verbrechen in der spanischen Provinz, als eine Hochzeitsgesellschaft auf die Braut wartete und man auf der Suche nach ihr die Leiche ihres Vetters fand. Nach dieser authentischen Begebenheit formte Lorca seine Tragödie, die im Unterschied zu seinen bisherigen Theatertexten einer metaphernreichen Poetik breiten Raum einräumt. So treten neben den realen Personen der Handlung allegorische Figuren wie der Tod (in Gestalt einer Bettlerin), Holzfäller als deren Vollstrecker und der Mond als Beleuchter der Mordszene auf. Wie in keinem anderen seiner bedeutenden Werke wird Lorcas tief empfundenes Mitgefühl mit den durch den gesellschaftlichen Zwang zum Leiden und Dulden verurteilten Frauen zum theatralen Ereignis.